5. – 13. Schuljahr

Sara Burkhardt

Gärten in Kunst, Design und Architektur

In diesem MATERIAL-Teil werden Beispiele aus Kunst, Design und Architektur vorgestellt, die Gärten thematisieren. Die Anregungen für den Unterricht nehmen Gärten als spezielle Orte in den Blick als Metaphern und Anlass zur Reflexion.

Die Auswahl der Beispiele folgt einer Bewegung von gegenwärtig existierenden und lokalisierbaren Gärten über gärtnerische Markierungen im öffentlichen Raum, Bezüge zwischen Gärten und Architektur, Miniaturgärten bis hin zu einer Verlagerung des Gartens in den Innenraum. Dabei geht es um Gärten als betretbare Räume, die individuelle ästhetische Erfahrungen und eine intensive Wahrnehmung der Umgebung zulassen. Diese können aufgezeichnet und dokumentiert und in eigene bildnerische Gestaltungen transformiert werden.
Alle Beispiele lassen sich in Hinblick auf Gestaltungselemente wie Umgrenzung, Choreographie, Schwelle, Wasser, Vegetation oder Metapher (s. MATERIAL-Seiten „Gestaltungselemente im Einführungsbeitrag) untersuchen und diskutieren. Den Beispielen ist auch gemeinsam, dass sie jeweils über das Anlegen eines Gartens hinaus deuten: Die vorgestellten Gärten sind mehr als gestaltete Räume, sie bilden Denkansätze und werden somit zu Metaphern. Sie visualisieren Sehnsüchte, regen zu einem kritischen Nachdenken über unser Verhältnis zur Natur an oder ermöglichen Visionen von gesellschaftlichem Zusammenleben.
Sie lassen auch immer wieder einen vergleichenden Blick in die Kunst-, Design- und Architekturgeschichte zu, denn die gegenwärtigen Konzepte kann man historisch herleiten oder kontrastieren. Und sie provozieren einen Blick in die Zukunft, da Gärten eine Schnittstelle von Natur und Kultur bilden und im Zuge umwälzender globaler Klimaveränderungen und der zunehmenden Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit an Bedeutung gewinnen.
Hier knüpfen die Beispiele und Anregungen für den Unterricht an die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler an, da sie Beobachtungen im direkten Lebensumfeld, Verantwortung für die Umwelt, Umgang mit natürlichen Ressourcen, Gestaltungsfragen und die Reflexion gesellschaftlicher Veränderungen miteinander verbinden.
Die folgenden MATERIAL-Seiten lassen sich kombinieren oder auch in Beziehung zu den Unterrichtsbeispielen im Heft setzen.
M1: Gärten für Menschen und Tiere
Meg Webster legt mit ihrem Concave Room for Bees einen Garten explizit als Raum für Bienen an (M-1). Gleichzeitig soll er aber die Begegnung von Menschen und Tieren ermöglichen. Webster trifft eine bewusste Auswahl bezüglich der Vegetation und der Form des Gartens, um einen Raum zu schaffen, der reichhaltige ästhetische Erfahrungen ermöglicht.
Anregungen
  • Entwürfe spezifischer Gärten für die Nutzung durch Menschen und Tiere mit Gestaltungselementen zu Gunsten einer solchen Nutzung: Wie müssten Gärten gestaltet sein, die sich Menschen und Tiere teilen können?
  • Dokumentation eines Gartens als ästhetischer Erfahrungsraum zeichnerisch, malerisch, fotografisch, auditiv, filmisch usw.
  • Übersetzung des Wahrgenommenen und Dokumentierten in eine neue Form: Wie müsste ein Garten aussehen, der z.B. besonders gut riecht, der einem bestimmten Farbprinzip folgt oder der gute Laune erzeugt?
  • Einen Garten entwerfen, der zur Diskussion aktueller gesellschaftlicher Probleme anregt
M2: Gärten in Bewegung
M3: Nachnutzung durch Gärten
Gilles Clément (M-2) beschreibt mit „Dritte Landschaft jene Bereiche, die sich einer direkten Zuordnung entziehen, die keine bestimmte Funktion haben wie Randzonen oder Brachen, aber auch verlassene Industrieareale. Diese bilden Refugien der Artenvielfalt, der Biodiversität.
Die High Line in New York City (M-3) ist eine ehemalige Güterbahntrasse, die heute als öffentlicher Park mit von Piet Oudolf unterschiedlich gestalteten Zonen eine überzeugende Nachnutzung erfährt.
Anregungen
  • Vergleich beider Beispiele in der Gegenüberstellung: Inwiefern unterscheiden sich die Konzepte von Clément...

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