10. – 13. Schuljahr

Janina Wierzbicki

pairi-daeza

Persönliche Gärten entwerfen

Was verbinden Jugendliche mit Gärten? Wie definieren sie heute Gärten? Welche Funktionen nehmen Gärten für Digital Natives ein? An diese Fragestellungen knüpfte die hier vorgestellte Unterrichtseinheit in einem Grundkurs der elften Jahrgangsstufe an.

Der Garten ist Idylle, Labor, Archiv und Utopie, Ästhetik und zugleich Alltag. Er kann im Sinne eines Garten Edens das Paradies verkörpern, Ort des Müßiggangs sein, Natur und Kultur miteinander verbinden, Kunst repräsentieren, als Laboratorium Teil der Wissenschaft sein, der Ernährung dienen oder Leben schaffen.
Gärten bilden Anknüpfungen an verschiedene Kunstgattungen wie Skulptur, Architektur und Malerei und bestehen aus unterschiedlichen Gestaltungselementen (s. MATERIAL-Seiten im Einführungsbeitrag). Als überdauerte Zeitzeugen visualisieren Gärten außerdem anschaulich und fassbar die gesellschaftlichen Zustände und kulturellen Gegebenheiten ihrer Entstehungszeit. Überdies können sie Selbstporträt ihrer Gestalter sein was sich als Motiv in anderen Künsten wie Malerei oder Zeichnung zeigt. So entfaltet beispielsweise Paul Noble zeichnerisch sein Selbstbildnis in Form einer eigenen (Garten-)Welt (Abb. 1 ).
Intentionen
Die Schülerinnen und Schüler des Heinrich-Heine-Gymnsasiums in Kaiserslautern sollten sich, ausgehend von der theoretischen Auseinandersetzung mit Gartenkunst und künstlerischen Positionen sowie der kritischen Auseinandersetzung mit dem derzeitigen Umgang mit Natur, eine eigene Vorstellung von Garten erarbeiten, diese konkretisieren und zeichnerisch umsetzen.
„pairi-daeza: umgrenzter Raum
Die Auseinandersetzung mit Gärten wurde unter dem Titel „pairi-daeza gefasst und rekurriert damit auf den ursprünglichsten aller Gärten: das Paradies (s.a. Beitrag Kirchner). Das altpersische Lehnwort setzt sich aus den beiden Wörtern „rund-herum und „Mauer zusammen und meint damit zunächst einen umgrenzten Raum.
Hinführung zum Unterrichtsgegenstand: Garten = ?
Zu Beginn wurden erste Assoziationen gesammelt: Die Lernenden notierten ihre spontanen Gedanken zu dem Begriff „Garten auf Kärtchen. Im Anschluss wurde anhand dieser Notizen gemeinsam ein Assoziogramm an der Tafel erstellt. So sollte ein erster individueller Zugang zum Thema geschaffen und eine diskursive Ausei-nandersetzung darüber veranlasst werden.
Alternativ zum textgestützten Einstieg konnten die Lernenden ihre Vorstellung zum Begriff „Garten in Form einer Zeichnung visualisieren. Diese Skizzen wurden anschließend gemeinsam besprochen. Damit wurde ebenfalls ein diskursiver Vergleich der persönlichen Vorstellungen von Garten initiiert.
Häufig nannten die Schülerinnen und Schüler folgende Gartenelemente: Rasen, Bäume, Blumenbeete, Bänke, Wasserstellen wie beispielsweise einen Teich und Gartenhäuser bzw. Lauben.
Persönliche Auseinandersetzung: Skizzenhefte
Zur intensiveren Annäherung an Gärten haben die Schülerinnen und Schüler ein Skizzenheft zum Thema „Gärten im Alltag erstellt. Sie sollten ihr selbst gefaltetes Heft für zwei Wochen immer mit sich tragen und alles darin festhalten, was ihnen in ihrem Alltag zu Gärten auffiel. Die Technik war frei wählbar, die Schülerinnen und Schüler sollten allerdings auch experimentieren und neue Techniken erproben (Aufgabenstellung s. Kasten 1).
1|Skizzenheft „Gärten im Alltag
1|Skizzenheft „Gärten im Alltag
Sensibilisieren Sie sich für das Sehen und Entdecken von Gärten, dem Grünen im Alltag.
Erstellen Sie ein Skizzenheft aus einem DIN-A4-Blatt.
  • Tragen Sie dieses in den folgenden Wochen ständig bei sich.
  • Halten Sie darin unterschiedlichste Objekte, Lebensmittel, Menschen, Gedanken, Pflanzen und Ähnliches fest alles, was Ihnen zum Themenbereich „Garten auffällt.
  • Nutzen Sie dabei verschiedene Gestaltungstechniken und unterschiedliche grafische Mittel.
  • Experimentieren Sie auch mit gefundenen Flüssigkeiten wie z.B. Kaffeeresten oder Regenwasser und arbeiten Sie...

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