10. – 13. Schuljahr

Elisa Haug | Wolfgang Ranft

Urbane Grünflächen

Lebensräume in der Stadt

Schülerinnen und Schüler einer elften Jahrgangsstufe Gymnasium haben in einem künstlerischen Projekt die urbane Grünfläche als Lebensraum untersucht. Sie intervenierten gärtnerisch, gestalterisch und performativ.

Aktionsorte waren die Schule und deren nähere Umgebung: der direkt an die Schule angrenzende Fennpfuhlpark und der etwas weiter entfernt gelegene Stadtpark Lichtenberg.
Der Fennpfuhlpark ist ein Landschaftspark, der sich um den Fennpfuhl, ein ehemals bereits hier befindliches Stillgewässer, ausbreitet. Der Fennpfuhl wird heute künstlich durch Auffüllung mittels Grundwasser auf gleichem Wasserstand gehalten (Abb. 1 ).
Der Stadtpark Lichtenberg, Parkaue genannt, ist ebenfalls ein Landschaftspark (Abb. 2 ). Dieser weist gleichwohl als wichtiges Gestaltungselement ein Gewässer auf, das aber aufgrund der Größenverhältnisse und seiner Randlage nicht den Kern bildet, sondern eher als ein Element unter vielen in Erscheinung tritt.
In beiden Grünanlagen kann neben der Begrenzung das Wasser als ein für den Garten wesentliches Element erfahren werden.
Gestaltungsmöglichkeiten im Park
Die Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten des Einzelnen sind durch die in einem Park geltenden Regeln im Vergleich zu einem privaten Garten begrenzt: Gärtnerische Eingriffe, individuelle Beetgestaltungen, Anbau von Gemüse oder das Durchbrechen von Abgrenzungen sind hier nicht vorgesehen.
Was bei einem privaten Garten individuelles Gestaltungsanliegen ist, liegt bei der Parkanalage in der öffentlichen Hand und dient dem Gemeinwohl. Vielfältige Nutzerinnen und Nutzer mit unterschiedlichen Bedürfnissen treffen hier aufeinander. Manche Besucher und Besucherinnen suchen Ruhe und Erholung, andere möchten sich sportlich betätigen, weitere beobachten Tiere oder studieren Pflanzen.
Es gibt bewusst eingesetzte Gestaltungselemente wie Springbrunnen, Blumenbeete, Rasenflächen, Spielgeräte, Freizeit- und Sportangebote, Skulpturen, Sitzgelegenheiten usw. aber auch Schmuddelecken, ungestaltete Bereiche, abgestorbene Vegetation, zerstörte Sitzbänke, Partymüll.
Urbane Grünfläche als Lebensraum
Idee des Projektes war es, dass sich die Schülerinnen und Schüler vor Ort aus dem Themenfeld „Die urbane Grünfläche als Lebensraum einen Aspekt herausgreifen und selbstständig bearbeiten sollten. Durch künstlerische Eingriffe vor Ort sammelten sie Daten zu gestalterischen Aspekten der Grünfläche und ihrer Nutzung, dokumentierten diese in Form eines Portfolios, präsentierten sie abschließend und reflektierten gemeinsam die Bedingungen der Gestaltung von öffentlichen Grünanlagen.
Die Aufgabenstellung (s. Kasten 1) wur-de bewusst offen gehalten, damit die Schülerinnen und Schüler gezielt eigene Schwerpunkte in ihrem Projekt formulieren und sich mit unterschiedlichen Aspekten der Gestaltung und Nutzung öffentlicher Grünflächen auseinandersetzen konnten. Es ging vor allem darum, sich intensiv mit dem eigenen näheren Lebensraum zu beschäftigen. Die Lernenden wurden auch angehalten, die Perspektive von anderen Nutzerinnen und Nutzern der urbanen Grünflächen zu erfassen. Es war wichtig, dass durch das Projekt soziale und räumliche Zusammenhänge der Grünflächen erfahrbar werden.
1|Aufgabenstellung
1|Aufgabenstellung
Sie arbeiten in der Schule und vor Ort, z.B. im Fennpfuhl oder dem Stadtpark Lichtenberg (Parkaue).
Am Ende der Arbeitsphase steht die Präsentation des Projektes und des Portfolios.
  • Gehen Sie hinaus in die Grünanlagen und untersuchen Sie mit künstlerischen Mitteln, was einen Garten, einen Park oder eine Grünanlage ausmacht, was daran interessant oder kurios ist und welche Bedeutung die Grünfläche für die Anwohner, die Besucher und Sie selbst hat.
  • Dokumentieren, recherchieren, intervenieren oder inszenieren Sie.
  • Erstellen Sie aus Ihrem Dokumentations- und Recherchematerial ein Portfolio.
  • Suchen Sie sich selbst einen Themenschwerpunkt, den Sie...

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