8. – 13. Schuljahr

Carolin Heidloff | Fanny Kranz | Sanne Pawelzyk

„Echt wahr?

Realität mit Zeichnung und Stop Motion erweitern

In einem Projekt mit Jugendlichen zum Thema „Realität entstehen Konzepte zur Kombination analoger Handzeichnung mit selbst erstellten Stop-Motion-Videos. Diese beiden Verfahren werden mit einer Augmented-Reality-App gestalterisch aufeinander bezogen und abschließend präsentiert.

In dem außerschulischen Kunstvermittlungsprojekt Werk-Stadt-Schloss (s. Kasten 1) stand schon am Anfang die Idee, mit den Möglichkeiten von Augmented Reality zu arbeiten. Es stellten sich Fragen nach dem „Echten, nach „Mixed Reality bzw. „gemischter Kunst. Wie spricht man über Realität? Was ist Realität? Wie erkennt man die Vorstellungen der anderen? Was ist „Augmented Reality? Wie erleben wir sie? Wo finden wir Fragen und Antworten hierzu in der Kunst und im eigenen Tun? Als Inspiration dienten künstlerische Arbeiten, die u.a. im Kunstmuseum Stuttgart (Mixed Realities, 2018) und im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen (Autofiktion Zeichnung der Gegenwart, 2019) gezeigt wurden.
„Werk-Stadt-Schloss
„Werk-Stadt-Schloss
Das außerschulische Kunstvermittlungsprojekt Werk-Stadt-Schloss der Kreativwerkstätten im M2K der Stadt Wolfsburg bietet Auszubildenden, Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 16 und 20 Jahren bei einer Gruppenstärke von ca. 20 Teilnehmenden die Möglichkeit, je eine ganze Woche an einer Fragestellung bildnerisch zu arbeiten. Der Stadt Wolfsburg ist es ein Anliegen, die Digitalisierung in alle Lebensbereiche der Bewohnerinnen und Bewohner einzubinden so auch in diesem Projekt.
Tag 1 Einstieg: Annäherung durch Zeichnung
Der erste Projekttag war ausschließlich Erfahrungen im analogen Zeichnen gewidmet. Am Anfang stand die Betrachtung von unterschiedlichsten zeichnerischen Lösungen. Wie „beschreiben die Zeichnenden ihre Welt? Was kann Zeichnung zum Verständnis von Realität beitragen?
Übung „Zitrone
Der erste Auftrag „Zeichne eine Zitrone aus deiner Erinnerung! führte dazu, dass viele Darstellungen von Zitronen entstanden jede ein wenig variiert, jedoch stereotyp: spitz zulaufend, oval geformt, hier und da durchgeschnitten und mit klaren Partitionierungen im Inneren versehen.
Beim nächsten Zeichenauftrag lagen „echte Zitronen vor den Zeichnerinnen und Zeichnern: „Zeichne die Zitrone, die vor dir liegt!
In der direkten Anschauung offenbarte sich plötzlich: Eine Zitrone war fast ballförmig, eine andere völlig verschrumpelt, die nächste hatte eine glatte Schale, eine andere eine pockige usw. Mit der abschließenden Frage, ob die Zeichnenden „ihre Zitrone in einem Haufen wiederentdecken könnten, fand eine Sensibilisierung für genaues Beobachten statt.
Übung „Umraum
Eine Wäscheleine, bestückt mit Kleidungsstücken und Objekten, wurde zu der Aufforderung „Zeichne den Umraum! angeboten. Hiermit wurde den Beteiligten deutlich: Etwas sichtbar zu machen, kann auch bedeuten, das zu zeichnen, was nicht gemeint ist also das Umfeld , und den eigentlichen Gegenstand auszusparen.
Weitere Zeichenübungen
  • Zeichne ein gefühltes Objekt mit geschlossenen Augen.
  • „Horror Vacui Die Angst vor der Leere: In Partnerarbeit wird ein großes Blatt Papier innerhalb von 30 Minuten komplett zeichnerisch gefüllt, sodass kaum noch der Untergrund wahrnehmbar ist. All diese Einstiegsübungen des ersten Tages dienten der Fragestellung: Was sehe ich? Was sehe ich nicht? Wohin schaue ich? Was filtere ich heraus? Wie prägt das meinen Eindruck von „Realität? Wie erlebe ich Sehen und Darstellen?
Tag 2 Vertiefung: Realität zeichnerisch und diskursiv klären
Um über das Zeichnen in die eigene Bildwelt einzusteigen, wurden Aufgaben gestellt, die zeichnerisch gelöst werden sollten:
  • Zeichne, wie du dich fühlst, wenn du morgens aufwachst.
  • Zeichne einen Kindheitstraum.
  • Zeichne: Mein blinder Fleck.
  • Zeichne: Meine Realität.
  • Was passiert im digitalen Raum?
  • Was ist gemischte Realität?
In Betrachtungs- und...

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