8. – 11. Schuljahr

Isabell Meyer

Ich Alter Ego Avatar

Selbstdarstellung mittels Augmented Reality

In einer 9. Klasse werden zwei Selbstporträts gezeichnet: ein möglichst naturalistisches Abbild der Person und ein „anderes Ich. Dieses „Alter Ego tritt mittels Augmented Reality als Facette der Person in Erscheinung.

Es ist eine Herausforderung für Kunstschaffende, das Äußere einer porträtierten Person so darzustellen, dass zugleich auch deren Wesen erkennbar wird (s. K+U 317/31//2007: „Porträtieren). Die Augmented-Reality-Technologie kann helfen, zunächst Unsichtbares sichtbar machen.
Aufgabenstellung und Klärungen
Die Aufgabe lautete: „Stelle dich selbst und dein Alter Ego mittels Augmented Reality dar. Nachdem die Bedeutung des Begriffs „Alter Ego und die Grundlagen der Augmented-Reality-Technologie geklärt waren, sollten zunächst Selbstporträts gezeichnet werden, die später als Marker für das Overlay dienten. Das Alter Ego wird hier als indirektes Porträt verstanden. Die Schülerinnen und Schüler konnten deshalb auf persönliche Gegenstände, Charaktere aus den Medien (Misoch 2006) oder Avatare zurückgreifen.
Porträtzeichnungen virtuell erweitern
Die benutzte AR-App HP Reveal* funktioniert mit sogenannten Markern (s. Kasten1 im Einführungsbeitrag dieses Heftes): Sobald eine Porträtzeichnung als Marker von der Kamera des Mobilgeräts erkannt wird, erscheint das Alter-Ego-Porträt virtuell als Overlay auf dem Bildschirm des Mobilgeräts (Vollmer 2017, S. 41).
Sind die Zeichnungen zu zart, können Scan-Vorgänge nicht durchgeführt werden, weil der Marker nicht erkannt wird. Daher mussten einige Schülerinnen und Schüler ihre Zeichnungen überarbeiten und stärker kontrastieren.
Fazit und Reflexion
Schon zu Beginn der Einheit müssen die die Lernenden den Aufbau beider Zeichnungen gut durchdenken und die Arbeitsprozesse entsprechend planen. Das ist wichtig, um eine möglichst passgenaue Verbindung zwischen den beiden Porträts herzustellen. Es bedarf also Phasen der Erprobung, um sich mit der AR-App und ihrem Zusammenwirken mit den beiden Zeichnungen Marker und Overlay vertraut zu machen.
Durch die praktische Erkundung und Reflexion von Augmented Reality lernten die Jugendlichen neue Strategien der Bild-Erfindung und Facetten des bildnerischen Ausdrucks ihrer Persönlichkeit kennen.
Literatur
Misoch, Sabina: Online-Kommunikation. Konstanz 2006.
Vollmer, Tim: Augmented Reality im schulischen Kontext am Beispiel von Augmented Teaching. In: Impulse.Kunstdidaktik. 22/2017, S. 39ff.
* Anmerkung
Die App HP Reveal wird mit verändertem Funktionsumfang seit Juli 2019 nur noch eingeschränkt gepflegt. Deshalb sind die Hinweise des App-Anbieters zu beachten. Es sollten alternative Apps, wie etwa Artivive, verwendet werden.

Weiterlesen im Heft

Vorteile im Abo

Exklusiver Online-Zugriff auf die digitalen Ausgaben der abonnierten Zeitschrift
Print-Ausgabe der abonnierten Zeitschrift bequem nach Hause
Zusatzvorteile für Abonnenten im Online-Shop genießen