6. – 10. Schuljahr

Ahmet Camuka

Umgestaltung des Alltäglichen

Auseinandersetzung mit Street-Art in Mixed Reality

Wie können urbane Räume um virtuelle und interaktive Elemente erweitert werden? Inspiriert von Street-Art geben Schülerinnen und Schüler einer 6. Klasse fantasievolle Antworten auf diese Frage und lassen ihr Umfeld lebendiger werden.

Der öffentliche, urbane Raum ist vielfältig gestaltet. Graffiti und Street-Art sind Teil dieser Vielfalt: Sie regen an, provozieren, präsentieren, lösen ästhetische Erfahrungen aus oder geben Anlässe für ästhetisch-sinnlichen Genuss (K+U 351/2011: „Urban Art; K+U 361/2012: „Wandmalerei; Reinecke 2014).
Ziel der hier vorgestellten Unterrichtsreihe (6. Klasse Gymnasium) ist die Erstellung von Mixed-Reality-Settings im Außenraum mithilfe verschiedener analoger und digitaler Medien. Es geht darum, virtuelle Spuren in der eigenen Umgebung zu hinterlassen (Abb. 1a u.b ). Die technische Ausstattung der Schule wurde durch das Medienzentrum Frankfurt ergänzt (s. Kasten 1).
Ausstattung
Ausstattung
Für das Vorhaben standen ein Koffer mit 16 Tablets der Marke iPad und ein Apple-TV für die Projektion der Gerätebildschirme zur Verfügung.
Die Schule ist nicht mit WLAN ausgestattet, deshalb wurde vom Medienzentrum Frankfurt ein LTE-Router als Internetzugangspunkt zur Verfügung gestellt.
Hinzu kamen stellenweise genutzte Eingabestifte (Touchpens). Zu empfehlen sind Stifte mit einer Mikrofaser-Beschichtung, da diese besser über den Bildschirm gleiten.
Street-Art-Werke
Am Anfang der Unterrichtsreihe wurden mit Beamer-Projektion zahlreiche Beispiele für Street-Art bzw. Urban Art präsentiert und deren „Interventionen im öffentlichen Raum (Reinecke 2014, S. 24) erkundet und diskutiert. Begriffsklärungen erfolgten (K+U 173/1993: „Graffiti; K+U351/2011: „Urban Art; Heyl/Wörgötter2012, S. 98ff.).
Die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass Street-Art auf vielfältige Weise Bezüge zu der jeweiligen Umgebung herstellt. Humorvolle Umsetzungen fanden besonderen Anklang, etwa wenn ein auf eine Mauer gemaltes Porträt durch einen Busch als Haarschopf ergänzt wird. Die Potenziale für die Gestaltung der eigenen Umwelt mithilfe von Augmented Reality wurden vor allem nach der Erkundung von Werkbeispielen des Künstlers INSA verstanden (Abb. 2a u. b ) (s. MATERIAL 11).
Aufgabenstellung
Im Anschluss an die Informationen und Diskussionen zur Street-Art lautete die Aufgabe: „Finde einen Ort in der Schule oder auf dem Schulgelände, den du gerne mit einem eigenen Werk erweitern würdest. Du kannst Figuren ergänzen, Farben einsetzen oder kurze, selbst erstellte Animationen einfügen.
Mit den Tablets ausgestattet fotografierten die Heranwachsenden für sie interessante Orte. Teils zeichneten sie anschließend ihre Ideen als Entwürfe in die Fotos (Abb. 1a).
Anfertigen der Marker
Auf kleine Pappstreifen zeichneten die Lernenden „Tags bzw. „Writings mit ausgedachten „Künstlernamen. Diese sollten als Marker für die AR-App dienen (Abb.3 ). Aufgrund dieser Tags konnten später die Overlays flexibel an verschiedenen Orten platziert und von allen Beteiligten aktiviert werden*.
Gestaltung des Overlays
Für die Umsetzung des Overlays wurden drei verschiedene Formate praktisch und reflexiv in Lernaufgaben erkundet. Alle drei Varianten sollten von allen Schülerinnen und Schülern jeweils im Rahmen einer Doppelstunde erprobt werden.
  • Eine analoge Zeichnung oder Malerei wurde mithilfe der App Photofox freigestellt und im Bildformat PNG exportiert. So zeigt das Overlay nur das, was den physischen Raum tatsächlich erweitern soll (Abb. 4a u. b ). Hierbei arbeiteten die Lernenden im Wesentlichen auf Papier mit ihnen bereits vertrauten Medien wie Blei-, Bunt- und Filzstiften. Lediglich der letzte Arbeitsschritt erforderte den Einsatz der App und entsprechende Instruktionen.
  • Das Overlay ist eine digitale Zeichnung oder Malerei. Hierbei arbeiteten die Lernenden überwiegend mit der App Sketches School, mit...

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