8. – 10. Schuljahr

Caspar Walbeck

„Willkommen in der wirklichen Welt

Reflexionsimpuls zum Realitätsverständnis

Bei diesem kurzen Unterrichtsbeispiel werden die Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse für das Verständnis von Realität sensibilisiert. Reflexionsimpuls ist ein Ausschnitt aus dem Film Matrix.

Zu Beginn des Unterrichts frage ich die Schülerinnen und Schüler, ob jemand den Film Matrix (erster Teil der Matrix-Trilogie) gesehen habe. Einige kennen den Film und erklären kurz, worum es geht.
Als Kerngedanken erläutern sie: Der Protagonist lebt so wie alle Menschen in der Zukunft in einer Matrix, die von Maschinen mit künstlicher Intelligenz programmiert wird. Maschinen haben den Kampf gegen die Menschheit gewonnen. Sie halten alle Menschen in dieser Matrix gefangen und kontrollieren sie.
Dann zeige ich den Lernenden einen Filmausschnitt als Impuls für ein Unterrichtsgespräch eine Schlüsselszene: Neo (gespielt von Keanu Reeves) wird aus der sogenannten Matrix „befreit (Filmausschnitt [4:34 Minuten] aus dem Film Matrix [1999] https://www.youtube.com/watch?v=nVgzmQW997w):
„Morpheus: Hattest du schon mal einen Traum, Neo, der dir vollkommen real schien? Was wäre, wenn du aus diesem Traum nicht mehr aufwachst? Woher würdest du wissen, was Traum ist und was Realität?
Neo: „Das kann nicht sein. [blickt auf seine Hand, die in diesem Moment anfängt, sich zu verwandeln]
Morpheus: „Was? Realität? Morpheus ist in der griechischen Mythologie der Name für den Gott des Traumes. Im Film kämpft Morpheus (gespielt von Laurence Fishburne) als Mentor von Neo auch gegen die Maschinen.
Die Schülerinnen und Schüler verfolgen die Szene sehr aufmerksam und gespannt.
Philosophisches Gespräch zu Matrix
Der Filmausschnitt bietet eine passende, altersgerechte Möglichkeit, über das Thema „Wirklichkeit ins Gespräch zu kommen:
  • „Was meint ihr, wie sich Neo nach dem ‚Erwachen in der ‚wirklichen Welt fühlt? Wie würdet ihr euch fühlen?
Markante Antworten der Jugendlichen lauten:
  • „Verwirrt, er weiß nicht, was los ist.
  • „Orientierungslos.
  • „Unsicher, verängstigt.
  • „Misstrauisch.
  • „Er fühlt sich fremd.
Auf meine Frage „Warum? sagen die Schülerinnen und Schüler:
  • „Weil sein bisheriges Weltbild komplett über den Haufen geworfen wurde.
  • „Nichts ist mehr wie vorher.
  • „Alles hat sich verändert.
zu Augmented Reality
Im Anschluss an den Filmausschnitt zeige ich eine Schülerarbeit (Abb. 1 ) mit der Frage: „Was passiert eigentlich, wenn ihr auf den AR (Augmented Reality)-Button drückt? Die Jugendlichen antworten:
  • „Wir können unser 3D-Modell irgendwo hinstellen, also hier auf den Tisch, auf den Boden, eigentlich egal wo.
  • „Aber man sieht das Modell nur auf dem Display in Wirklichkeit ist es nicht da.
  • „Wie bei ‚Matrix ist es nur eine Simulation.
  • „Wenn man durch die Kamera auf das Tablet schaut, sieht man die 3D-Modelle genau dort, wo man hinguckt; wo sie ja aber eigentlich gar nicht sind. Man sieht sie nur auf dem Display.
Meine Anschlussfrage lautet:
  • „‚Augmented Reality heißt übersetzt ‚erweiterte Realität bzw. ‚erweiterte Wirklichkeit. Wie findet ihr diese Bezeichnung? Passt der Name?
Daraufhin die Antworten:
  • „Na ja, ich finde, der Name passt eigentlich nicht, weil die Sachen ja in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind.
  • „Aber es heißt doch ‚erweiterte Realität. Das bedeutet doch nur, dass wir im AR-Modus etwas zur Wirklichkeit hinzufügen; und das stimmt doch.
  • Ich sage: „Schaut euch das Foto noch mal genau an und erklärt anhand des Beispiels, was eurer Meinung nach daran ‚wirklich ist und was nicht.
  • „Die Personen, Elena und Elisa, sind wirklich und das Drumherum, also da, wo die beiden sitzen, das ist wirklich.
  • „Das Smartphone also nicht? Wie sieht es mit dem Kopfhörer aus?
  • „Der ist auch echt. Den haben wir aber extra so hingelegt, dass er zum Smartphone passt, als würde das Kabel drinstecken. Der Kopfhörer verbindet quasi das, was wirklich da ist, mit dem 3D-Modell. So wirkt das...

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