6. – 9. Schuljahr

Jakob Steiger

Utopische Fahrzeuge

Von der Skizze zum Modell

In dem hier vorgestellten Projekt geht es um die Frage nach der Mobilität der Zukunft. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln zeichnerisch zukunftsweisende technische Visionen, die sie in Modellen umsetzen.

Ausgangsidee des Unterrichtsprojekts ist es, die Schüler auf einen Weg zu bringen, auf dem sie sich fragend und forschend einem Ergebnis nähern, das nicht kleinschrittig vorgezeichnet ist. Vielfältige Erfahrungen und Wissensstände sowie alltagsästhetische Erkundungen können in das Projekt miteinfließen. Die grundlegenden Fragestellungen lauten:
  • Wie möchten die Schüler sich in 50 Jahren durch diese Welt bewegen?
  • Welche ethisch-moralischen Grundlagen bilden dabei unser Bewusstsein, um nach ökologischen, ökonomischen, sozialen und politischen Kriterien zu handeln.
  • Welche Technologien werden in unserer Zukunft erforderlich sein?
Sowohl ökologische Aspekte als auch Faktoren der ökonomischen und technischen Machbarkeit sollen einbezogen werden. Das Bewusstsein, auf umweltfreundliche Technologien zu setzen, ist bei fast allen Schülern sichtbar.
Zukunftsvisionen sammeln
Im Anschluss an die Einführung bringen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Gedanken aufs Papier. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie sich die Lernenden in der Zukunft gern durch unsere Welt bewegen möchten, sondern auch um eine Reflexion, welche Probleme aktuell bei heutigen Fortbewegungsmitteln auftreten und welche Technologien und Ideen für die Zukunft von entscheidender Bedeutung sein könnten.
Fast alle Schülerinnen und Schüler bedenken den ökologischen Faktor. Oft finden sich fantasievolle Bekundungen wie die, auf einem fliegenden Fahrrad oder in einem U-Boot ganz aus Glas die Welt zu erkunden. Häufig wird aber auch der Wunsch geäußert, sich umweltschonend zu bewegen. So fordert Veronika „eine neue Technologie, mit der man saubere Energie gewinnen kann und immer wieder erneuern kann.
Input: Infomaterial
Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Mappe mit Infomaterial zu vier Teilbereichen:
  • zur ästhetischen Forschung, dem Wie und Warum,
  • zu einer Definition von Utopie,
  • zu Skizzen von Leonardo da Vincis Flugapparaten. Anhand der Zeichnungen kann man sehr gut erkennen, wie utopisches Denken Einzug in die Realität halten kann. Auch wenn Leonardos Luftschraube oder Flugmaschine so nie gebaut wurde und auch nicht flugfähig war, so sind doch etliche seiner Entwürfe in die Entwicklung von Flugmaschinen eingeflossen.
  • zu weiteren Bildbeispielen, etwa dem Fliwatüüt ein fliegend, schwimmend und fahrendes Gefährt aus der Literatur und Skizzen von Raumschiffen aus dem Film Star Wars. Diese führen den Schülern vor Augen, welche Ideen und Konzepte es bereits im Themenfeld der Mobilität gibt.
Praxisphase
Nun notieren die Schülerinnen und Schüler erste Gedanken zu einem Fahrzeugentwurf. Im Gespräch erläutern sie ihre eigenen Erfahrungen mit utopischen Fahrzeugen. Dabei werden vor allem Konstruktionen aus Filmen sowie der Literatur genannt.
Skizzen
Danach bringen sie in Kleingruppen Skizzen und Ideen für ihren eigenen Fahrzeugentwurf zu Papier. In einer mehrstündigen Phase bearbeiten die Lernenden ihre Skizzen und Ideen für das Fahrzeug der Zukunft weiter (Abb. 1a – d ).
Modellbau
Vorgabe ist, dass alle Schüler die Materialien für den Bau eines Modells ihres Fahrzeugs von zu Hause mitbringen sollen. Überlegungen über die unterschiedlichen Materialien sollen auch in die Skizzen miteinfließen. Ab der 4. Doppelstunde wird das Klassenzimmer in eine Werkstatt verwandelt und die Lernenden beginnen mit dem Bau ihrer utopischen Fahrzeuge.
Die meisten Fahrzeuge orientieren sich dabei sehr genau an den zuvor ausgearbeiteten Skizzen. Die Ergebnisse der „Mobilität der Zukunft sind wie die Skizzen auch sehr unterschiedlich.
Eine Gruppe entwickelt ein Fahrzeug, bei dem es tatsächlich bewegliche Teile gibt, die von einem kleinen Motor angetrieben werden...

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